Umsatzsteuer-Analyse

Aktuelle Artikel unserer Umsatzsteuerexperten.


Brexit | Wie wird die Umsatzsteuer beeinflusst?

Die britischen Umsatzsteuervorschriften werden hauptsächlich im Umsatzsteuergesetz von 1994 geregelt, das sich von der EU MwSt-Direktive 2006/112/EC („EUD“) herleitet.

Di EUD hat eine direkte und vorrangige Wirkung auf alle EU-Mitgliedstaaten, aber eine lokale Gesetzgebung ist erforderlich, da die EUD es den Ländern erlaubt, bestimmte Vorschriften auszuwählen. Im Ergebnis bedeutet dies, dass die lokalen Umsatzsteuervorschriften in der EU nicht immer konsistent sind.

Warum ist dies von Bedeutung, wenn wir über den Brexit sprechen? Es ist wichtig, da Großbritannien, sobald es die EU verlassen hat, theoretisch (dies ist jedoch nicht sicher) nicht mehr an die EUD gebunden ist. Dies bedeutet, dass Großbritannien frei und nach eigenem Ermessen über die Änderungen seiner Umsatzsteuervorschriften verfügen kann.

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Großbritannien | Brexit aktualisiert die Zollverfahren

Die britische Regierung hat ein Positionspapier veröffentlicht, in dem sie ihre Perspektive auf die zukünftigen Zollverfahren darlegt, die sie nach dem Brexit einühren möchte.

Dies ist eines von mehreren veröffentlichten Papieren, die das von der Regierung gewünschte Ergebnis des Brexits in verschiedenen Bereichen darlegen.

Dieses Papier weist darauf hin, dass die britischen Importe aus und Exporte in die EU sich über 200.000 Unternehmen auf insgesamt 553 Mrd. GBP beliefen. Die Gesamtsumme wird jedoch höher eingeschätzt, da die hier genannte Zahl sich nur auf zu Mehrwertsteuerzwecken registrierte Unternehmen bezieht.

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Großbritannien | Sportsdirect.com VAT Tribunal-Fall Fernabsatz4

Das Upper Tribunal (UT) des Vereinigten Königreichs hat eine Berufung von HMRC abgelehnt, die dazu geführt hätte, dass ein von Sportsdirect.com (SDC) eingereichter Fall gestrichen worden wäre.

SDC ist ein Onlinehändler mit Sitz in Großbritannien, der Waren im Endkundengeschäft an Verbraucher in der EU verkauft. Sein Geschäftsmodell beinhaltet, dass SDC seine Waren verkauft, die Verbraucher dann aber einen Dritten einsetzen (zugehörig zu SDC), der die Lieferung der Waren arrangiert. Daraus ergibt sich, dass SDC seine Güter nicht als „gelieferte“ Waren behandelt. Dieses Verfahren wurde von einer Reihe von Onlinehändlern übernommen und wird manchmal als „Zustellungssystem“ bezeichnet.

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EuGH trifft Entscheidung im BFI-Fall zu kulturellen Dienstleistungen

Der europäische Gerichtshof (EuGH) hat im Fall C-592/15 British Film Institute (BFI) entschieden, dass die Bestimmungen in Zusammenhang mit der Steuerbefreiung kultureller Dienstleistungen nach der alten sechsten Mehrwertsteuer-Richtlinie und der neuen EU-Mehrwertsteuer-Richtlinie 2006/112/EG keine unmittelbare Wirkung besitzen und dass Steuerzahler der nach Ermessen des EU-Mitgliedstaaten umgesetzten Gesetzgebung folgen sollten.

Hintergrund

Bei dem BFI handelt es sich um eine gemeinnützige Organisation zur Förderung und Bewahrung des Kinos in Großbritannien. Das BFI finanziert sich teilweise über den Verkauf von Karten für Kinoveranstaltungen und Filmfestivals in Großbritannien, bei denen die Organisation Filme vorführt. Vom 1. Januar 1990 bis zum 31. Mai 1996 wies die Organisation auf Eintrittsgebühren für Filmvorführungen in diversen Kinos und auf Filmfestivals Mehrwertsteuer mit dem normalen britischen Satz aus.

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Großbritannien | Sondierung der britischen Steuerbehörde zur Mehrwertsteuer-Erhebung bei Onlinehändlern

Im Zeitalter der digitalen Wirtschaft hat sich in den letzten Jahren in Großbritannien ein starker Anstieg im Onlinehandel gezeigt. Viele der Waren, die an Kunden in Großbritannien verkauft werden, werden über Online-Marktplätze von ausländischen Händlern gekauft. Um die Nachfrage zu bedienen und eine schnelle Lieferung sicherzustellen, lagern viele dieser ausländischen Händler ihre Waren in Lagerhäusern in Großbritannien, sogenannten „Fulfilment Houses“. Gemäß den bestehenden Gesetzen zur Mehrwertsteuer sind ausländische Händler bei einem Verkauf von in Großbritannien befindlichen Gütern verpflichtet, sich für die britische Mehrwertsteuer anzumelden und diese zu berechnen. Dies ist vom Handelsvolumen unabhängig, da ausländische Verkäufer im Gegensatz zu britischen Verkäufern keine Mehrwertsteuer-Grenzbeträge in Anspruch nehmen können.

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Auswirkungen der MwSt. auf Uber und die „Gig-Economy“

Im Juli 2016 wurde am London Central Employment Tribunal eine Rechtssache von Uber-Fahrern vorgebracht, die klären sollte, ob Uber-Fahrer in Großbritannien als:

  1. Angestellte von Uber oder
  2. als Selbständige gesehen werden sollen, die eigenständig arbeiten.

Die Entscheidung wurde im Oktober 2016 verkündet und stuft die Fahrer als Angestellte von Uber ein.Dies hat bedeutende Auswirkungen auf die Beschäftigungsbedingungen, da Uber-Fahrer hierdurch Anspruch auf Arbeitnehmerrechte erhalten, unter anderem auf den nationalen Mindestlohn und bezahlten Urlaub.

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Laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) können Steuerbehörden die innergemeinschaftliche Mehrwertsteuerbefreiung nicht verweigern, wenn der Kunde nicht im Mehrwertsteuer-Informationsaustauschsystem (MIAS) registriert ist

Am 9. Februar 2017 hat der EuGH im Fall C-21/16 Euro Tyre BV entschieden.

Hintergrund

Euro Tyre ist eine portugiesische Zweigniederlassung des niederländischen Unternehmens Euro Tyre BV. Der Streitfall betraf mehrere innergemeinschaftliche Lieferungen von Euro Tyre zwischen 2010 und 2012 an die Konzerngesellschaft Euro Tyre Distribución de Neumáticos (ein in Spanien ansässiges Unternehmen). Zum Zeitpunkt der Lieferungen war Euro Tyre Distribución de Neumáticos nur als mehrwertsteuerpflichtiges Unternehmen in Spanien registriert, jedoch noch nicht im Besteuerungssystem für den innergemeinschaftlichen Erwerb von Gegenständen oder im Mehrwertsteuer-Informationsaustauschsystem (MIAS). Im März 2013 gewährten die spanischen Steuerbehörden Euro Tyre Distribución de Neumáticos rückwirkend zum 1. Juli 2012 den Status eines innergemeinschaftlichen Betreibers. (Euro Tyre hatte eine Rückwirkung bis 2010 erwartet.)Euro Tyre behandelte diese Lieferungen als mehrwertsteuerbefreit.

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Großbritannien | Umsatzsteuererstattungsansprüche bei Umsatzsteuergruppen

In Großbritannien gelten Regeln zur Bündelung der Umsatzsteuer, die unter bestimmten Bedingungen dazu führen, dass zwei oder mehr Unternehmen die gleiche Umsatzsteuernummer haben.

Eine Umsatzsteuergruppe gilt als eine einzige steuerpflichtige Person. Deshalb wird ein Mitglied der Gruppe zum „repräsentativen Mitglied“ der Gruppe ernannt.

Vor Kurzem entschied das Upper Tribunal über eine Frage, die das Lower Tribunal in zwei separaten Fällen unterschiedlich beantwortet hatte (Standard Chartered/Lloyds UKFTT 316 und MG Rover Group/BMW/Rover Company UKFTT 327).Es ging um die Frage, welches Mitglied einer Umsatzsteuergruppe dazu berechtigt ist, Ansprüche auf Rückerstattung der Umsatzsteuer zu erheben (d. h. wenn die Umsatzsteuer möglicherweise nicht zum richtigen Zeitpunkt zurückgefordert und dadurch später ein Anspruch darauf erhoben wird).Das Upper Tribunal verhandelte gleichzeitig über beide Fälle. Das Lower Tribunal hatte nämlich bei Standard Chartered/Lloyds geurteilt, dass das repräsentative Mitglied zur Geltendmachung des Anspruchs berechtigt ist,war jedoch bei MG Rover Group/BMW/Rover zu der Entscheidung gelangt, dass jenes Unternehmen der Umsatzsteuergruppe den Anspruch erheben kann, das an der betreffenden Transaktion beteiligt war.

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Industry Today – Umsatzsteuerliche Implikationen für Auslandsprojekte von Architekten

Viele britische Architekten sind in der ganzen EU gefragt, aber nur wenige sind sich bewusst, wie sich Arbeiten im Ausland auf ihre Umsatzsteuerpflichten auswirken.

Rob Janering, Associate Director bei Accordance, hat einen Artikel für Industry Today verfasst, in dem er sich mit den umsatzsteuerlichen Fragen beschäftigt, die in Betracht gezogen werden müssen, wenn ein Projekt in einem anderen Land übernommen wird. Möglicherweise muss sich ein Architekt sofort zur Umsatzsteuer anmelden.

Dies liegt darin begründet, dass bei Dienstleistungen (und Architekten leisten ihren Kunden generell eher Dienstleistungen als Güter) in Bezug auf Immobilien die Umsatzsteuer am Standort der Immobilie fällig wird, wobei es keinen Unterschied macht, ob die Leistung auf einer B2B- oder B2C-Grundlage erfolgt.

Architekten müssen sich daher mit den VAT-Implikationen zu flächenbezogenen Lieferungen beschäftigen und bestimmen, ob sie von Fall zu Fall auf jeden Auftrag zutreffen. Momentan weichen die Regeln, die bestimmen welche Lieferungen in Bezug auf Immobilien gelten, innerhalb der EU ab. Ab Januar 2017 soll jedoch EU-Legislation eingeführt werden, die einheitliche Regeln und Anleitungen enthält.

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